Zaggl: Kein „Zurück zur Normalität“ beim Verkehr

„In Zeiten von Corona steht die Gesundheit der Menschen zu Recht über allem. Eine Einstellung, die wir auch nach der Krise beibehalten sollten“, meint SPÖ-Bundesrat Stefan Zaggl.

„Tirol hat vor Corona unter einem unerträglichen Verkehrsaufkommen gelitten - von Kufstein über den Brenner bis ins Außerfern.“ Es sei offensichtlich, so Zaggl, dass es nicht unser Ziel sein könne, beim Verkehr zu dieser „alten Normalität“ zurückzukehren. „Die Menschen in ganz Tirol mussten in den vergangenen Jahren eine überdurchschnittliche Verkehrsbelastung und damit auch eine überdurchschnittliche gesundheitliche Belastung ertragen. Damit muss jetzt endgültig Schluss sein.“

Es sei höchste Zeit, den zahlreichen Hilferufen der Menschen aus den besonders betroffenen Regionen wie zum Beispiel im Tiroler Unterland, im Stubaital, oder in Reutte Gehör zu schenken. „Vor der Krise gab es kein Wochenende ohne Stau auf der Fernpassbundesstraße B 179 in meinem Heimatbezirk Reutte. Durch die Corona-Maßnahmen wurde auf der Strecke an den Samstagen ein Verkehrsrückgang von 78 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnet. Das entspricht fast 17.000 Fahrzeugen pro Samstag. Mit Minus 92 Prozent ist auch die alljährliche Verkehrslawine in der Osterwoche fast völlig ausgeblieben.“

Für Bundesrat Zaggl im wahrsten Sinne des Wortes eine Gelegenheit zum Aufatmen für Mensch und Natur. „Zur Zeit gibt es weniger Verkehr, weniger Lärm, weniger Schadstoffbelastung und mehr Sicherheit für die Bevölkerung. Einsatzkräfte kommen problemlos dorthin, wo sie gebraucht werden, Personen, die an der Fernpassstraße leben, können sich freier bewegen und Schülerinnen und Schüler sind deutlich sicherer auf den Schulwegen unterwegs“, so Zaggl der unterstreicht: „Wir müssen alles daran setzen, dass diese positiven Effekte nach der Lockerung der Maßnahmen nicht wieder von einem Tag auf den anderen verpuffen.“

Konkret spricht sich Zaggl in diesem Zusammenhang für ein gemeinsames Umdenken in der Verkehrsfrage für Tirol aus. „Wir müssen offen und ohne Scheuklappen darüber reden, wie wir die Verkehrsbelastung nachhaltig reduzieren. Dabei müssen wir auch hinterfragen, ob Ideen wie der Scheiteltunnel tatsächlich dazu beitragen, das Außerfern zu entlasten, oder ganz im Gegenteil, noch mehr Transit nach Tirol zieht. Und wir müssen ernsthaft über den touristischen Verkehr reden und alternative Anreisemöglichkeiten entwickeln - zum Beispiel durch politisch forcierte Anreizprogramme für die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmittel.“

Die Gesundheit der Tirolerinnen und Tiroler müsse, so Zaggl abschließend, auch nach der Corona-Krise für alle oberste Priorität haben. „Der Transitverkehr muss auf der Fernpassstrecke eingeschränkt und die 3,5 Tonnen-Beschränkung scharf kontrolliert werden. Und hinsichtlich Fernpass-Scheiteltunnel schließe ich mich der Aussage von Altbürgermeister Albert Linser an: Es ist besser mit dem Geld armen Menschen zu helfen, die durch die Corona-Krise vor einem Scherbenhaufen stehen, als einen unnötigen Tunnel zu bauen.

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