Yildirim: „Von Kinderbetreuung profitiert Volkswirtschaft mehr als vom Familienbonus“

Im Rahmen des gestrigen Finanzausschusses im Nationalrat machte Nationalrätin Selma Yildirim die Unterstützung von Familien zum Thema. „Die schwarz-blaue Bundesregierung rühmt sich immer mit dem mit jährlich 1,5 Mrd. Euro schweren Familienbonus plus. Für mich eine weit sinnvollere und nachhaltigere Maßnahme wäre, der Empfehlung der ExpertInnengruppe (ECNC) der Europäischen Kommission zu folgen. Sie besagt, dass Ausgaben in Höhe von 1% des BIP für qualitätsvolle Kinderbildung notwendig sind. Österreich liegt bei 0,67% und müsste demnach pro Jahr 1,2 Mrd. Euro mehr ausgeben. Davon würden alle Familien und letztlich die gesamte Gesellschaft profitieren“, so Yildirim.

Im Finanzausschuss hat sie dazu Nationalbank-Gouverneur Ewald Nowotny um seine Einschätzung gebeten. „Er hat untermauert, dass Investitionen in den Ausbau der Kinderbetreuung ein wichtiges Steuerungselement sind, um den Mut zum Kind zu fördern und so der Überalterung der Gesellschaft entgegen zu wirken“, erläutert Yildirim.

Zudem könnte so die Vollzeiterwerbsquote von Frauen angehoben und die Armutsgefährdung verringert werden. Für Nowotny ebenfalls ein wesentliches Argument in der Diskussion.

Österreich ist bei den Sachleistungen für Familien deutlich unter dem EU-Schnitt, bei den Geldleistungen allerdings im Spitzenfeld. „Darin liegen unter anderem Defizite bei der Kinderbildung und –betreuung, niedrige Geburtenrate und hohe Teilzeitquote von Frauen begründet“, fasst Yildirim zusammen. Sie schlägt vor, die Gemeinden je nach ihrem Angebot an Kinderbetreuung, gemessen an Vereinbarkeitskriterien zu unterstützen und so nachhaltig zu investieren.

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