Covid19: Offensichtliches Systemversagen in Tirol

Dornauer: “Sofortige Neubesetzung des Krisenstabes bevor die Covid19-Epedemie in Tirol zu einer echten Katastrophe wird.”

„Auch wenn die Verantwortlichen im Tiroler Krisenmanagement seit Wochen bemüht sind und unter Dauerstress stehen, ist es ein Gebot der Stunde, die Fehler, ihre Gründe und ihre Auswirkungen aufzuzeigen“, so Georg Dornauer, Landesparteivorsitzender und Klubobmann der neuen SPÖ Tirol. Dahinter stecke allerdings alles andere als eine politische Abrechnung: “Der Grund dafür ist einzig und allein das Tiroler Krisenmanagement für die kommenden Wochen so aufzustellen, dass keine Fehler mehr passieren und keine weiteren Schäden an der Gesundheit der Tirolerinnen und Tiroler entstehen“, so Dornauer weiter.

„Ich bin entsetzt über die Informationen, die nun nach und nach bekannt werden. Zuerst unangemessene Beschwichtigungen und Kleinredereien bezüglich der tatsächlichen Situation, obwohl man aufgrund der Entwicklungen in anderer Länder schon lange wissen hätte müssen, wie groß die Gefahr ist.” Das Verhalten der Tiroler Landesregierung und die spätestens jetzt nachvollziehbare Chronologie der Ereignisse sei Nachweis genug dafür, dass es sich dabei nicht um einzelne Fehler in Stresssituationen, sondern vielmehr um Systemversagen in Tirol handelt, so Dornauer. „Ein inkompetenter Gesundheitsbeauftragter des Landes, Franz Katzgraber, geführt von einem inkompetenten Gesundheitslandesrat Tilg sind die Stützen eines bemühten aber hilflos agierenden Landeshauptmanns in einem von ihm selbst zusammengestellten Krisenstab, der die Krise in Tirol durch eine Fehlentscheidung nach der anderen verstärkt, statt sie zu bewältigen“, so die schonungslose Analyse des SPÖ Vorsitzenden. “Dass Günther Platter trotz wiederholten Hinweisen auf die zahlreichen Fehler in seinem Team an selbigen festhält, ist für mich nicht nachvollziehbar und, angesichts der zu erwartenden Entwicklung, mehr als bedenklich.”

Wer wusste was und wann?

Bereits am 5. März wurden in Island 14 Infizierte aus Tirol getestet und Ischgl als Krisenherd eingestuft. Am 13. März wurden in Norwegen die Ansteckung von 370 Fällen auf einen Skiurlaub in Tirol zurückgeführt. Zu diesem Zeitpunkt wurde in Tirols Après-Ski-Lokalen noch unbehelligt gefeiert und 150.000 Urlauber aus der ganzen Welt standen sich in Tiroler Gondeln und Skibussen unmittelbar gegenüber. Und das obwohl die Landesregierung und die Bundesregierung bereits über das internationale Alarmsystem informiert waren. “Das sind die Fakten, die von den Tiroler Verantwortlichen viel zu lange geduldet, vielleicht sogar wissentlich ignoriert wurden. Die lückenlose Aufklärung darüber, wer wann was gewusst hat, wird nach der Corona-Krise mit allen parlamentarischen Mitteln zu erfolgen haben”, so Dornauer.

“Wie wir heute wissen, wird das Verhalten von Katzgraber, Tilg und Co, wohl auch auf den Einfluss der Interessenvertreter der Wirtschaft und des Tourismus zurückzuführen sein. Sollte sich herausstellen, dass bei den Entscheidungen der Landesregierung zu irgendeinem Zeitpunkt die Profitinteressen einiger Weniger über der Gesundheit der Menschen gestellt wurde, die in Tirol leben und Urlaub gemacht haben, ist das ein beispielloser Skandal in der Geschichte der Tiroler Politik.”

Experten statt weiter wie bisher

Dornauer: “Mit diesem Team, das eine fatale Entscheidung nach der nächsten trifft, können wir jedenfalls nicht weitermachen. So gut wie alle internationalen Beobachter attestieren ganz klar, dass der Krisenstab in Tirol nicht dazu in der Lage ist mit der Krise umzugehen. Deshalb ist es höchste Zeit, echte Experten an die Spitze des Tiroler Krisenmanagements zu stellen, ganz nach dem Muster der deutschen Bundesregierung, die sich bei ihren Entscheidungen eben nicht, wie in Tirol seit Jahren üblich, auf Klientelmeinungen, sondern ganz und gar auf die kompetente und wissenschaftliche Einschätzung des Robert-Koch-Instituts stützt.”

Auch in Tirol brauche es ein entsprechendes Umdenken im Krisenmanagement, bevor es zu spät sei, wie Dornauer weiter ausführt. “Tägliche Analyse, wissenschaftliche Einschätzungen, informierte und besonnene Entscheidungen und eine transparente und offene Informationspolitik. So stelle ich mir den politischen Umgang mit derartigen Ausnahmesituationen vor. Missmanagement und Verunsicherungen können wir uns jetzt schlicht und ergreifend nicht leisten. Den Tiroler Krisenstab so weiterarbeiten zu lassen wie bisher, wäre grob fahrlässig und im wahrsten Sinne des Wortes fatal.” Deshalb gelte es endlich auch politisch zu handeln. “Wir fordern den sofortigen Rücktritt des an der Aufgabe gescheiterten Gesundheitslandesrates Tilg und ein rasches Ersetzen des inkompetenten Gesundheitsbeauftragten Katzgraber. Das Zurückdrängen der wirtschaftlichen Interessenvertreter, insbesondere des ÖVP Nationalrates Franz Hörl aus Fragen, die die Gesundheit der Tirolerinnen und Tiroler betreffen, ist hoffentlich eine Selbstverständlichkeit für den Tiroler Landeshauptmann Platter.”

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