Covid-19: Dornauer fordert vier Maßnahmen

Neubesetzung des Corona-Krisenstabes

„Die rasante Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in Tirol, in Österreich und in großen Teilen Europas ist auf Fehler der Verantwortlichen in Tirol zurückzuführen – das attestieren internationale Medien, Institutionen und Regierungsstellen. Von der verspäteten und zögerlichen Reaktion auf die ersten Infektionsfälle, über die zunächst halbherzigen Quarantänemaßnahmen bis hin zur missglückten Ausreise der Urlaubsgäste - Tirol und hier insbesondere Ischgl wird in der ganzen Welt als Corona-Drehscheibe wahrgenommen. Das ist nicht gottgewollt, sondern das traurige Ergebnis eines überforderten Krisenstabes, der bis zum heutigen Tag die Entscheidungen für unser Land in dieser Krise trifft. Das ist mehr als beunruhigend, zumal uns der Covid19-Höhepunkt noch bevorsteht”, erneuert Dr. Georg Dornauer, Landesparteivorsitzender und Klubobmann der neuen SPÖ, seine Forderung nach einer sofortigen Neubesetzung des Krisenmanagements im Land Tirol.

Der Krisenstab des Landes Tirol sei erprobt und bewährt, wenn es um die Bewältigung von Lawinen- oder Hochwasserereignissen gehe, erklärt Dornauer: “Allerdings ist eine Epidemie - insbesondere die aktuelle Corona-Epidemie - eine ganz andere Herausforderung. Zu glauben, man könne Corona in der selben Aufstellung - ohne Expertinnen und Experten aus den Bereichen der Epidemiologie, Virologie, Infektiologie, Sozialpsychologie oder ausgebildete Krisenkommunikatoren an der Spitze - besiegen, war der erste Fehler im Tiroler Krisenmanagement”, unterstreicht Dornauer.

“Dieser Krisenstab trifft bis heute die Entscheidungen in Tirol – auch nach den belegten und fatalen Fehlentscheidungen der letzten Wochen, die hunderte unnötige Infektionen in Tirol und über die Landesgrenzen hinaus nach sich gezogen haben. Das ist höchst beunruhigend und so dürfen wir nicht weitermachen. So gut wie alle internationalen Beobachter – von den deutschen Nachbarn bis zum amerikanischen CNN - attestieren ganz klar, dass der Krisenstab in Tirol nicht dazu in der Lage ist mit der Krise umzugehen. Deshalb ist es höchste Zeit, echte Experten - aus den Bereichen der Epidemiologie, Virologie, Infektiologie, Sozialpsychologie und Kommunikation - an die Spitze des Tiroler Krisenmanagements zu stellen, die informierte und qualifizierte Entscheidungen treffen und die aktuellen Entwicklungen immer wieder neu bewerten können“, fordert Dornauer zum wiederholten Male.

Unterstützung für infizierte MitarbeiterInnen und Gäste

„Die verspäteten und zögerlichen Reaktionen auf die ersten Infektionsfälle, die zunächst halbherzigen Quarantänemaßnahmen und die missglückte Ausreise der Urlaubsgäste haben in den Tourismushotspots und darum herum zahlreiche weitere Infektionen nach sich gezogen – von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bis zu den internationalen Gästen. Das Land Tirol soll umgehend eine Anlaufstelle für Betroffene einrichten und diese finanziell unterstützen“, fordert Dornauer das Land auf, seiner Verantwortung gegenüber diesen Personen gerecht zu werden. Betroffene sollen sich beim Land Tirol melden können, die Einzelfälle geprüft und in einer entsprechend eingesetzten Kommission über geeignete Unterstützungsmaßnahmen entschieden werden. Auch um einer drohenden Klagswelle durch das Land Tirol vorzubeugen.

Einsetzung einer unabhängigen Kommission zur Untersuchung der Fehlerkette

Bereits am 5. März wurden in Island 14 Infizierte aus Tirol getestet und Ischgl als Krisenherd eingestuft. Am 13. März wurde in Norwegen die Ansteckung von 370 Fällen auf einen Skiurlaub in Tirol zurückgeführt. Zu diesem Zeitpunkt wurde in Tiroler Tourismushotspots noch gefeiert, die Seilbahnen liefen weiter - 150.000 Urlauber aus der ganzen Welt standen sich in Tiroler Gondeln und Skibussen unmittelbar gegenüber. Und das obwohl die Landesregierung und die Bundesregierung bereits über das internationale Alarmsystem informiert waren. „Das sind die Fakten, die von den Tiroler Verantwortlichen viel zu lange geduldet, vielleicht sogar wissentlich ignoriert wurden. Die lückenlose Aufklärung der Geschehnisse, die Tirol zu einem weltweiten Corona-Hotspot gemacht haben, muss ab sofort und laufend von einer unabhängigen Kommission besetzt mit Sachverständigen aus anderen Bundesländern oder dem Ausland, betrieben werden”, so Dornauer.

Sonderlandtag zur Klärung der politischen Verantwortung

„Wie wir heute wissen, war das Verhalten von Katzgraber, Tilg und Co. möglicherweise auch auf den Einfluss von Interessensvertretern aus der Wirtschaft und des Tourismus zurückzuführen. Sollte sich herausstellen, dass bei den Entscheidungen der Landesregierung zu irgendeinem Zeitpunkt die Profitinteressen einiger Weniger über die Gesundheit der Menschen gestellt wurde, ist das ein beispielloser Skandal in der Geschichte der Tiroler Politik”, so Dornauer. Um die Angelegenheit Corona einer umfassenden parlamentarischen Aufklärung zu unterziehen, fordert die neue SPÖ Tirol einen Sonderlandtag ein: „Nachdem wir den Virus besiegt haben. Ich hoffe auf breite Unterstützung der anderen Oppositionsparteien für unseren Vorschlag“, richtet sich Dornauer an FPÖ, Liste Fritz und NEOS.

Dornauer abschließend: „Wenn Günther Platter möchte, dass wir alle an einem Strang ziehen, sollte er sich auch die Zeit für die konstruktiven Vorschläge der neuen SPÖ Tirol nehmen und sich mit der geballten Kritik der Tiroler Opposition ernsthaft auseinandersetzen.“

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